Insulin: Was ist Insulin und wie wirkt es?
Veröffentlicht am 06.09.2025

Insulin ist ein Hormon, das der Körper braucht. Quelle: Canva.de
Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels spielt. Für Menschen mit Diabetes ist Insulin nicht nur ein biologischer Botenstoff, sondern eine unverzichtbare Therapie, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und Folgeerkrankungen zu verhindern.
In Deutschland sind laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) etwa 11 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, von denen mehr als 1,5 Millionen Betroffene auf Insulin angewiesen ist. Weltweit sind über 150 Millionen Menschen auf eine regelmäßige Insulintherapie angewiesen, und die Zahl der Diabetes-Erkrankten steigt kontinuierlich.
Definition Insulin: Was ist Insulin?
Insulin ist ein lebensnotwendiges Hormon, das den Zuckerstoffwechsel steuert und den Blutzuckerspiegel reguliert. Einfach erklärt: Insulin wirkt wie ein Schlüssel, der den Zellen den Zugang zu Zucker (Glukose) ermöglicht. Glukose ist der wichtigste Energielieferant für Muskeln, Gehirn und Organe.
Ohne Insulin kann Zucker nicht aus dem Blut in die Zellen gelangen. Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt gefährlich an. Dieser Zustand ist typisch für unbehandelten Diabetes mellitus und kann zu schweren Gesundheitsschäden führen.

Anna Liebig
Praxia KarriereberaterinUnsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt
Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
- Wir finden passende Jobs für dich
- Schneller Rückruf
Die Insulin Wirkung reicht jedoch weiter:
- Steuerung der Fett- und Eiweißspeicherung
- Einfluss auf das Wachstum und die Zellregeneration
- Regulierung des Mineralstoffhaushalts (z. B. Kalium)
Die Funktion von Insulin im Körper
Die wichtigste Aufgabe von Insulin ist die Senkung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen. Sobald wir Kohlenhydrate zu uns nehmen, steigt der Blutzuckerspiegel an. Die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus, das den Zucker in die Zellen transportiert.
Weitere Funktionen:
- Fettstoffwechsel: Insulin fördert die Einlagerung von überschüssiger Energie in Form von Fett.
- Eiweißaufbau: Es unterstützt den Muskelaufbau und die Reparatur von Gewebe.
- Energiespeicherung: Überschüssige Glukose wird in Leber und Muskeln als Glykogen gespeichert.
Wie wird Insulin produziert?
Insulin wird in den sogenannten Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hergestellt. Diese befinden sich in den Langerhans-Inseln, einer Ansammlung von spezialisierten Zellen. Die Produktion läuft in mehreren Schritten:
- Reiz durch Blutzuckeranstieg – nach einer Mahlzeit.
- Ausschüttung von Insulin ins Blut.
- Bindung an Insulinrezeptoren auf den Zellen.
Ist die Bauchspeicheldrüse geschädigt – beispielsweise durch eine Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes – kann sie kein oder nur wenig Insulin herstellen. Dann ist eine Insulintherapie notwendig.

Insulin und der Blutzuckerspiegel
Der Zusammenhang zwischen Insulin und Blutzuckerspiegel ist eng: Steigt der Blutzucker, steigt auch die Insulinproduktion. Sinkt der Blutzucker, stoppt die Insulinausschüttung, um Unterzuckerungen zu vermeiden.
Ab welchem Wert kein Insulin spritzen?
Diabetespatienten, die Insulin spritzen, müssen vor jeder Gabe den Blutzucker mit einem Messgerät überprüfen. Als grober Richtwert gilt: Liegt der Blutzucker im normalen Bereich (etwa 80–120 mg/dl nüchtern), ist meist keine zusätzliche Insulingabe nötig. Allerdings hängt die Entscheidung immer von der individuellen Therapie und ärztlichen Anweisung ab.
Blutzucker sofort senken ohne Insulin
Es gibt Möglichkeiten, den Blutzucker kurzfristig auch ohne Insulin zu senken, etwa:
- Bewegung (Spaziergang, Sport)
- Wasser trinken
- Kohlenhydratarme Mahlzeiten
Dies ersetzt jedoch keine langfristige Behandlung bei Insulinmangel und Diabetes Mellitus.
Insulinmangel und Insulinresistenz
Ein Insulinmangel tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin produziert. Das ist typisch für Typ-1-Diabetes.
Insulinresistenz hingegen bedeutet, dass die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. Der Blutzuckerspiegel bleibt hoch, obwohl Insulin vorhanden ist. Das ist ein Hauptmerkmal von Typ-2-Diabetes.
Folgen einer unbehandelten Resistenz:
- Chronisch erhöhter Blutzucker
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Schädigung von Nerven und Gefäßen
Krankheiten in Zusammenhang mit Insulin
Die bekanntesten Erkrankungen sind:
- Typ-1-Diabetes: Autoimmunerkrankung, bei der die Beta-Zellen zerstört werden.
- Typ-2-Diabetes: Kombination aus Insulinresistenz und späterem Insulinmangel.
- Schwangerschaftsdiabetes: Vorübergehende Störung des Zuckerstoffwechsels in der Schwangerschaft.
- Hypoglykämie: Zu niedriger Blutzucker, oft durch zu viel Insulin (Überdosis) verursacht.
- Hyperinsulinämie: Übermäßige Insulinproduktion, häufig bei starkem Übergewicht.

Behandlung von Diabetes mit Insulin
Insulinformen
Es gibt verschiedene Arten von Insulin, je nach Wirkgeschwindigkeit:
- Kurz wirksames Insulin (Bolusinsulin)
- Lang wirksames Insulin (Basalinsulin)
- Mischinsuline
Behandlungsmethoden
- Insulin Pen: Ein moderner Insulin Pen ermöglicht eine präzise Dosierung und ist einfach in der Handhabung. Er ersetzt weitgehend die früher üblichen Spritzen.
- Insulin Pumpe: Eine Insulin Pumpe gibt kontinuierlich kleine Mengen Insulin ab und kann bei Bedarf zusätzliche Dosen verabreichen. Sie bietet mehr Flexibilität, besonders für Typ-1-Diabetiker.
- Insulin Tabletten: Streng genommen gibt es keine „Insulin Tabletten“, da Insulin ein Eiweiß ist und im Magen abgebaut würde. Es gibt jedoch Tabletten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, die die Insulinwirkung verbessern oder die Ausschüttung anregen (z. B. Metformin).
Überdosis von Insulin
Eine zu hohe Insulingabe kann lebensbedrohlich sein, da sie zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann. Symptome können sein:
- Zittern
- Schweißausbruch
- Verwirrtheit
- Bewusstlosigkeit
Sofortige Zufuhr von schnell wirksamen Kohlenhydraten ist in diesem Fall entscheidend. Ist die betroffene Person wach, orientiert und schluckfähig, sollte sie umgehend Glukose in Form von Traubenzucker, Fruchtsaft oder zuckerhaltigen Getränken zu sich nehmen.
Bei Bewusstlosigkeit darf keine orale Gabe erfolgen, da Erstickungsgefahr besteht. In diesem Fall ist sofort der Notruf (112) zu wählen. Die Person sollte in die stabile Seitenlage gebracht und Atmung sowie Puls regelmäßig kontrolliert werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Eine schwere Hypoglykämie stellt einen medizinischen Notfall dar, der unverzüglich von qualifiziertem Fachpersonal behandelt werden muss.
Insulin Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen einer Insulintherapie:
- Gewichtszunahme
- Unterzuckerungen (Hypoglykämien)
- Hautreizungen an der Einstichstelle
- Selten: Lipodystrophie (Veränderung des Unterhautfettgewebes)
Fazit: Die Bedeutung von Insulin für den Körper
Insulin ist weit mehr als nur ein „Diabetes-Thema“. Es ist der zentrale Regulator des Energiestoffwechsels und beeinflusst nahezu jede Zelle im Körper. Ein gesunder Insulinspiegel sorgt für stabile Energie, schützt die Organe und hält den Stoffwechsel in Balance.
Ob in Form einer Injektion mit einem Insulin Pen, über eine Insulin Pumpe oder durch körpereigene Produktion – ohne Insulin wäre unser Überleben nicht möglich. Gleichzeitig zeigt die Häufigkeit von Insulinresistenz und Diabetes, wie wichtig ein bewusster Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist.
Wer seine Blutzuckerwerte kennt, das richtige Messgerät verwendet und die Insulinwirkung versteht, kann gesundheitlichen Problemen frühzeitig entgegenwirken – und langfristig für mehr Lebensqualität sorgen.
Die wichtigsten Fragen zu Insulin
Was genau macht Insulin?
Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Es sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt, wo sie als Energie genutzt oder als Glykogen bzw. Fett gespeichert wird. Außerdem beeinflusst Insulin den Fett- und Eiweißstoffwechsel.
Was passiert im Körper, wenn man Insulin spritzt?
Gespritztes Insulin wirkt ähnlich wie körpereigenes Insulin: Es bindet an Rezeptoren auf den Zellen und ermöglicht so, dass Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und der Körper wird mit Energie versorgt. Je nach Insulinart geschieht dies schnell (Bolusinsulin) oder über viele Stunden hinweg (Basalinsulin).
Was ist der Unterschied zwischen Blutzucker und Insulin?
Blutzucker bezeichnet die Menge an Glukose im Blut, gemessen in mg/dl oder mmol/l.
Insulin ist das Hormon, das den Blutzucker steuert, indem es den Zucker in die Zellen transportiert. Hoher Blutzucker bedeutet nicht automatisch, dass auch der Insulinspiegel hoch ist – bei Insulinmangel ist er sogar oft niedrig.
Was treibt Insulin hoch?
Hauptauslöser für einen Anstieg des Insulinspiegels sind kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Süßigkeiten oder gesüßte Getränke. Auch Eiweiß kann Insulin ansteigen lassen, wenn auch schwächer. Stresshormone und bestimmte Medikamente (z. B. Kortison) können ebenfalls den Insulinspiegel erhöhen.
Welche drei Arten von Insulin gibt es?
Medizinisch unterscheidet man drei Hauptgruppen:
- Schnell wirksames Insulin (Bolusinsulin) – Wirkt innerhalb von Minuten, deckt Mahlzeiten ab.
- Lang wirksames Insulin (Basalinsulin) – Wirkt über viele Stunden, sichert die Grundversorgung.
- Mischinsulin – Kombination aus kurz und lang wirksamem Insulin.
Wie lange blockiert Insulin die Fettverbrennung?
Während Insulin im Blut aktiv ist, wird die Fettverbrennung gehemmt, da der Körper bevorzugt Glukose als Energiequelle nutzt. Je nach Insulinart kann dieser Effekt wenige Stunden (bei schnell wirksamem Insulin) oder bis zu 24 Stunden (bei lang wirksamem Insulin) anhalten.
Warum spritzt man Insulin unterhalb des Bauchnabels?
Der Bereich unterhalb des Bauchnabels hat eine gute Durchblutung und ist leicht zugänglich. Außerdem sorgt das Bauchfett (subkutanes Fettgewebe) für eine gleichmäßige Aufnahme des Insulins. Der Abstand von etwa 2 cm zum Bauchnabel wird empfohlen, um empfindliche Strukturen zu vermeiden.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen:
- Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2023). Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes – Langfassung. Version 3.0 [Internet]. Berlin: AWMF; 2023, abgerufen am 15. August 2025, Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/Nationale_Versorgungs-Leitlinie/nvl-001fol_S3_Typ-2-Diabetes_2023-05.pdf
- Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (2018). S3-Leitlinie: Therapie des Typ-1-Diabetes [Internet]. Berlin: Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.; 2018, abgerufen am 15. August 2025, Verfügbar unter: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/05_Behandlung/01_Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2018/S3-LL-Therapie-Typ-1-Diabetes-Auflage-2-Langfassung-09042018.pdf
- Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (2025). Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2025 [Internet]. Berlin: Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.; 2025, abgerufen am 15. August 2025, Verfügbar unter: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2025_final.pdf
- Deutsche Diabetes-Hilfe e.V. (2025). Diabetes in Zahlen [Internet]. Berlin: Deutsche Diabetes-Hilfe e.V.; 2025, abgerufen am 15. August 2025, Verfügbar unter: https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen











